Der Intellekt kann nur das leisten, wofür er trainiert worden ist. Er kann genau das wiederholen, was ihm beigebracht worden ist. Er ist ein Computer: Er hat keine Intelligenz.

Wenn ich gesellschaftlich konditioniert bin, weiß ich, wonach ich suche. Ich bin auf der Suche nach Geld, besseren Sex-Objekten, Macht, Ansehen — ich habe klare Ziele. Ich bim darauf trainiert worden, ich bin dazu erzogen worden, ich bin darauf abgerichtet worden, diese Dinge zu wollen. Ich weiß, was ich suche. Mein mentaler Computer ist mit diesen Zielen gespeist worden. Wenn ich dann eines Tages ein Taoist werde, befinde ich mich erst mal für ein paar Tage in einem Chaos, weil die alten Ziele bedeutungslos geworden sind und das neue Ziel noch nicht feststeht. Aber in Wirklichkeit gibt der Taoismus mir kein neues Ziel. Sobald die alten Ziele verschwunden sind, sehe ich auf einmal, daß es gar kein Ziel gibt. Und das Leben muß ohne ein Ziel gelebt werden, erst dann lebe ich mit der größten Lebensfreude. Das Leben auf ein Ziel auszurichten, bedeutet, in der Zukunft zu leben. Dann ist das Ganze ein Kreis, das Rad des Lebens. Wenn ich niemand werden will, wenn ich mich einfach so akzeptiere, wie ich bin, wenn ich alle Ziele fallenlasse, alle Pläne für die Zukunft, alles, was ich erreichen könnte, dann lasse ich die Zeit fallen, ich lasse alle Wün- sche fallen, ich lasse mein Denken und Wissen los. Dann bin ich auf einmal hier und jetzt und das ganze Universum steht mir offen, diese gewaltige Energie, die mich umgibt, die um mich herumtanzt und mich einlädt, an ihr teilzuhaben. Tao ist kein Ziel; Taoismus ist die Einsicht, daß es keine Ziele gibt. Das Universum erfüllt sich ununterbrochen. Nicht, daß die Erfüllung irgendwann stattfinden muß — sie findet bereits statt.

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Bevor ich nicht das Denken kenne, kann ich nicht zu dem Punkt kommen, wo das Denken nicht mehr relevant ist für das Nichts, das im Zentrum verborgen ist, das Nicht-Denken.

Wenn ich einen Menschen ausbeuten will, muß ich ihm Angst einjagen. Wenn ich Angst habe, bin ich bereit dafür, ausgebeutet zu werden. Angst ist die Voraussetzung, sie muß zuerst eingeflößt werden. Man hat mir Angst eingejagt. Sex ist Sünde, Angst auch. Sogar wenn ich mit einer Frau schlafe, verstehe ich nicht, worum es da eigentlich geht. Sogar wenn ich Liebe mache, vermeide ich. Ich mache Liebe und gleichzeitig vermeide ich. Ich will die Realität des Sex nicht erkunden – was er genau ist, warum er mir den Verstand raubt, warum er diese magnetische Anziehungskraft auf mich ausübt. Warum? Was ist Sex genau, wie entsteht er, wie ergreift Besitz von mir, was gibt er mir und wohin führt er mich? Was passiert beim Sex und was entsteht daraus? Wohin führt mich die sexuelle Erfahrung immer und immer wieder? Und komme ich irgendwo an? Diesen Fragen muß ich mich stellen. Der Taoismus ist eine Begegnung mit der Realität des Lebens. Und Sex ist fundamental, genau wie der Tod. Aus jedem Zustand meines Bewußtseins muß ich Erkenntnisse gewinnen. Wo immer ich bin, auf welcher Stufe ich auch gerade bin, ich habe keine Angst. Das ist die Botschaft des Taoismus: Wo immer du bist, fürchte dich nicht! Die Angst ist das einzige, was ich loslassen muß. Es gibt nur eines, wovor ich mich fürchten muß: vor der Angst. Angstfrei und mit viel Mut schaue ich mir die Realität genau an, was und wie es auch immer wirklich ist. Wenn ich ein Dieb bin, dann schaue ich mir das genau an. Wenn ich ein aggressiver Mensch bin, dann schaue ich mir meine Wut genau an. Wenn ich gierig bin, dann schaue ich mir das genau an. Ich schaue mir alles genau an. Ich laufe nicht davor weg. Was ich mir genau anschaue, das lasse ich hinter mir. Ich schaue genau hin und gehe weiter. Wenn ich so in meine Gier, in den Sex, in die Wut, in die Eifersucht, mit offenen Augen gehen kann, dann bin ich davon befreit. Das ist das Versprechen des Taoismus: Wahrheit macht frei. Erkennen befreit. Verstehen ist Freiheit. Andernfalls macht es keinen Unterschied, ob ich verdränge oder schwelge – es läuft auf das Gleiche hinaus.

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Was auch immer ich bin, ist ein geschlossenes System und das System ist autonom, sich selbst erhaltend. Es arbeitet aus sich heraus und es hat sehr tiefe Wurzeln in der Vergangenheit.

Was ist ein makelloses Leben? Was immer unter Makellosigkeit verstanden wird, ist keine wirkliche Makellosigkeit. Gesellschaftliche Makellosigkeit ist berechnend, eine moralische Berechnung. Gesellschaftliche Makellosigkeit ist nicht die Makellosigkeit, die ich meine — meine Makellosigkeit ist Unschuld. Gesellschaftliche Makellosigkeit ist eine listige Taktik, eine schlaue Imagepflege. Erst wenn ich das wirklich verstanden habe, dann kann ich verstehen, was einen weisen Menschen ausmacht, wie sich Verstehen auswirkt, was ein Mensch des Tao ist. Denn wenn mein Maßstab nicht stimmt, wenn die Grundlage meines Urteils falsch ist, dann stimmt alles nicht mehr. Wahre Makellosigkeit ist kindlich — unschuldig, was Gut und Böse betrifft; unschuldig, was jede Unterscheidung angeht. Wirkliche Makellosigkeit weiß nicht, was Gott und was Teufel ist. Aber gesellschaftliche Makellosigkeit ist eine Wahl, die man treffen soll — eine Entscheidung für Gott und gegen den Teufel, eine Entscheidung für das Gute und gegen das Böse. So wird bereits eine Unterscheidung getroffen, so wird bereits das Dasein gespalten. Und ein aufgeteiltes Dasein kann nicht zur Unschuld führen. Unschuld erblüht nur, wenn das Dasein ungeteilt ist. Ich nehme es so, wie es ist. Ich wähle nicht, ich teile nicht ein und auf, ich treffe überhaupt keine Unterscheidungen. Ich weiß nicht, was wirklich gut und was wirklich schlecht ist. Wenn ich es weiß, werde ich berechnend, dann wird die Makellosigkeit künstlich hergestellt. So kann ich nicht erblühen.

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Dank der Wissenschaft ist das Vertrauen verschwunden.

Vertrauen heißt: nicht zurückblicken. Vertrauen heißt: nicht zurückkehren. Mein zweifelndes Denken schaut immer zurück, denkt immer über Alternativen nach, denkt immer an das, was ich nicht getan habe, ich grüble immer, ob ich richtig gehandelt habe. Aber anfangs muss ich vertrauen. Wenn am Anfang der Zweifel steht, sind die Tore verschlossen. Aber dieses Vertrauen ist verschwunden, dank dreihundert Jahren erfolgreicher Wissenschaft. Die Wissenschaft hat zuviel erreicht. Und sie hat Wunder vollbracht, nutzlose Wunder natürlich, weil sie nicht das Geringste zum menschlichen Glück beigesteuert haben. Ein Wunder ist nutzlos, wenn das Glück dadurch nicht vermehrt wird. Stattdessen ist das Glück weniger geworden. Je mehr Technologie, desto mehr Komfort – aber desto weniger Glück. Das ist das Wunder, welches die Wissenschaft vollbracht hat. Je mehr Dinge von mechanischen Vorrichtungen getan werden können, desto weniger werde ich gebraucht. Und je weniger ich gebraucht werde, desto mehr fühlt ich mich sinnlos, nutzlos, bedeutungslos. Früher oder später wird mich der Computer ersetzen, dann werde ich überhaupt nicht mehr gebraucht. Dann kann ich gehen und mich umbringen, der Computer wird alles besorgen.
Glück kommt aus dem Gebrauchtwerden. Wenn ich gebraucht werde, fühle ich mich glücklich, weil ich fühle, daß mein Dasein Bedeutung hat, weil ich fühle, daß mein Leben Sinn hat. Ich spüre, daß ich gebraucht werde und daß ohne mich alles anders wäre. Aber jetzt wird es ohne mich nicht anders sein. Vielmehr wird ohne mich alles besser sein, weil die Maschinen alles besser können als ich. Ich stehe nur im Weg, bin ein veraltetes Ding. Der Mensch ist heute das Alleraltmodischste, weil alles andere jedes Jahr in einer neuen Ausgabe erscheint: ein neues Modell erscheint, ein neues Modell von allem. Nur der Mensch bleibt das altmodischste Modell. Unter lauter neuen Dingen bin ich das einzig alte. Der moderne Mensch fühlt eine ständige Sinnlosigkeit. Niemand braucht mich. Selbst die Kinder werden mich nicht brauchen, weil die Regierung, der Wohlfahrtsstaat sich um sie kümmert. Mein alter Vater, meine alte Mutter brauchen mich nicht, denn es gibt Heime – öffentliche und staatseigene Heime, die sich um ihre Bedürfnisse kümmern. Wer braucht mich? Und wenn ich spüre, daß niemand mich braucht und ich nur eine unnötige Last bin, wie kann ich da glücklich sein? In alten Zeiten wurde ich gebraucht. Irgendwo hat einmal ein jüdischer Mystiker, Hillel – der ein sehr vertrauensvoller Mensch gewesen sein muß, ein sehr andächtiger Mensch – zu Gott in seinem Gebet gesagt: „Denk nur nicht, daß nur ich dich brauche. Du brauchst auch mich. Ohne mich wärest du nichts. Wenn Hillel nicht da wäre, wer würde dann beten? Wer würde dann zu dir aufschauen? Ich bin ein Muß. Vergiß also nicht: Ich brauche dich zwar, aber du brauchst mich auch.“ Als das ganze Universum mich brauchte – sogar mein Gott, da hatte ich noch eine Bedeutung, einen Sinn, ein gewisses Flair. Aber jetzt braucht mich niemand. Man kann mich mit Leichtigkeit abschieben, ich bin nichts. Die Technologie hat den Komfort geschaffen und mich damit wegwerfbar gemacht. Die Technologie hat bessere Häuser geschaffen, aber nicht bessere Menschen. Für bessere Menschen ist eine andere Dimension nötig – und diese Dimension hat nichts mit Technologie zu tun. Diese Dimension hat mit Bewußtheit, nicht mit Mechanik zu tun. Die Wissenschaft kann keine Bewußtheit herstellen. Aber die Wissenschaft kann eine Gesellschaft konzipieren, in der Verstehen unmöglich wird, eine Gesellschaft, in der es für einen einfachen Menschen, für einen unschuldigen Menschen immer unmöglicher wird zu existieren. Das Vertrauen ist verschwunden.

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If this idea comes into the mind, I just watch it.

I REALIZED THAT IT IS EASIER TO BECOME SILENT WHILE LISTENING TO OSHO THAN IN ANY OTHER MEDITATION. WHEN OSHO STOPS TALKING EVERYTHING SEEMS TO STOP FOR A MOMENT AND I GET A GLIMPSE OF WHAT MEDITATION CAN BE! THESE ARE THE MOST PRECIOUS MOMENTS FOR ME! WHY IS IT EASIER TO BECOME SILENT IN OSHO´S PRESENCE?

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they are still in existence

 A master always comes to know who are the imitators. There is no need to… they are so apparent, so obvious. I know very well who are the imitators here. An imitator cannot deceive the one he is imitating. He can deceive anybody else, but he cannot deceive the one he is imitating. His falsity is so patent.

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they are fresher



You are living in an unnatural way; the pressure is too
much. If the youth is feeling that nothing is working, the youth is right.
Always listen to the younger people. They can see better because they are fresher;
they can understand better because they are not burdened with the past as much
as you are. This will dissolve many things — for example jealousy. If there is
no family and no permanent bondage of relationship, jealousy has no reason to exist.
People will be more familiar, and it is certainly more joyous to make love to a
stranger than to a person you are making love to every day. Only idiots can go
on making love to the same person their whole lives. The more intelligent you
are, the more you want some new adventure. And there is nothing wrong in it; it
is your life — you have to decide about it.

The moment you are beyond sex, the question of being male or
female does not arise. The body of course will remain. If it is a man’s body,
it will remain a man’s body. If it is a woman’s body, it will remain a woman’s
body. But the sex centers are not of the body, they are in the mind. Your
genitals are not your sex centers; they are only extensions. They are
controlled by centers in your mind. One of the great scientists, Delgado, had
been making experiments on the centers of the mind. There are almost seven
hundred centers, which control everything in your body. And when he found the
sex center in the open brain of a white mouse, he pushed it by an electronic
wire and the whole body of the mouse went into a sexual orgasm.

Socrates had a beautiful method of dialogue, but that method
is useful only for blind people. And in the West, unfortunately, the experience
of enlightenment has not happened. It is just the same in the East: science has
not reached to its peaks, and in the West spirituality has not reached to its
peaks. Both are half — and because of this division, man is divided. Osho´s effort
is to create a synthesis, to bring one unity between the materialistic,
scientific approach of the West and the spiritual, meditative approach of the
East. That will make man complete, whole. And to be whole is the only way to be
holy. There is no other way.

What Socrates was doing twenty-five centuries ago, Osho is
doing now. Twenty-five centuries have gone by without any change as far as
humanity is concerned. Three times they had tried to kill Osho… three
attempts on his life. In every possible way the same people whom Osho is trying
to make free, trying to take their chains away, were ready to kill him.
Humanity has not changed. It will still do the same. But what Socrates was not
capable of doing, Osho is capable of doing.


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